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06/12/16


Die Berufsperspektiven im industriellen Sektor in Luxemburg


IndustriesektorDer Begriff „Industriesektor“ ist den meisten Leuten zwar geläufig, doch nicht unbedingt jeder weiß, was er genau umfasst. Der Duden definiert den industriellen Sektor folgendermaßen: Wirtschaftszweig, der die Gesamtheit aller mit der Massenherstellung von Konsum- und Produktionsgütern beschäftigten Fabrikationsbetriebe eines Gebietes umfasst.

Der Industriesektor in Luxemburg hat eine ganz besondere Bedeutung, schließlich hat er die Entwicklung des Landes entscheidend geprägt. Auch wenn früher die Stahl- und Eisenindustrie den Industriesektor dominierte, so ist dieser Bereich heutzutage äußerst vielfältig. Dies ist dadurch bedingt, dass die Wirtschaftspolitik die Diversifizierung dieses Sektors konsequent förderte und es immer noch tut. Davon profitierte unter anderem die Automobilzulieferindustrie, namenhafte und weltweit agierende Betriebe wie Goodyear ließen sich ab den 1950er Jahren im Großherzogtum nieder und verfügen über wichtige Produktionsstandorte in Luxemburg. Ein weiterer Bereich der sich herausbilden konnte, ist der Materialbereich. Hier ist die Situation ähnlich wie bei der Automobilzulieferindustrie: Zu den in Luxemburg ansässigen Firmen gehören sogenannte „Globalplayer“ wie der US-amerikanische Konzern DuPont de Nemours.

Die Lebensmittelindustrie ist ein anderes Aktivitätsfeld, in dem Luxemburg gut aufgestellt ist. Firmen wie Luxlait und Panelux produzieren sowohl für den nationalen wie auch für den internationalen Markt. Grundsätzlich ist die Mehrheit der hiesigen Industrieproduktion, rund 90 %, für den Export bestimmt.

Die Raum- und Luftfahrtindustrie beschäftigt um die 700 Arbeitnehmer und zwar in unterschiedlichen Bereichen. Der Weltmarktführer unter den Satellitenbetreibern, SES, hat seinen Sitz und ein Kontrollzentrum in Luxemburg. Auch zahlreiche Zulieferer wie die Firma Euro-Composites verfügen über einen Standort im Großherzogtum. Dieser Bereich soll noch weiter ausgebaut werden. Luxemburg hat sich nämlich auf die Fahne geschrieben, künftig Rohstoffe aus dem Weltraum abzubauen und zu nutzen.

Obwohl die Zahl der Industriearbeiter im Vergleich zu anderen Sektoren leicht gesunken ist, bedeutet dies keineswegs, dass es keine Zukunftsperspektiven gibt. Im ersten Trimester dieses Jahres (Statec 2016) waren 36.576 von insgesamt 386.932 Angestellten im Industriesektor beschäftigt. Insgeheim ist es so, dass die Beschäftigung im industriellen Bereich die letzten fünf Jahrzehnte über relativ stabil war im Vergleich zu den Nachbarländern. Es werden immer wieder neue Arbeitskräfte gesucht und die Firmen bauen ihre Standorte weiter aus oder setzen auf neue Produktionslinien. Innovation und Offenheit sind die Leitmotive der nationalen Wirtschaft. Dies spiegelt sich in der Entwicklung des luxemburgischen Industriesektors wieder, er zeugt von der Fähigkeit, sich neuen Gegebenheiten anzupassen. Nach Deutschland ist Luxemburg das Land der Europäischen Union, in dem verhältnismäßig viele innovative Unternehmen vertreten sind.

Für Arbeitnehmer ist dieser Sektor dahingehend attraktiv, weil er so vielfältig ist. Es gibt verschiedene Branchen innerhalb des industriellen Sektors und dementsprechend unterschiedlich sind auch die fachlichen Qualifikationen, welche von den Arbeitnehmern erwartet werden. Das reicht von Arbeiten, die nur eine geringe Qualifikation erfordern über Tätigkeiten, die eine höhere fachliche Qualifikation voraussetzen, bis hin zu administrativen Posten. Laut der Personalvermittlung Hays ist, ihrer Erfahrung nach, eines der aktuell am meist gefragten Profile das des Spezialisten im Bereich der Produktion.

Nicht nur die Produktion an sich steht im Vordergrund, sondern es geht auch darum, neue Produkte und Verfahren zu entwickeln. So ist es wenig verwunderlich, dass die Forschung eine wichtige Rolle spielt. Ende 2015 wurde ein neues Projekt im Bereich der Industrieforschung vorgestellt, hierbei handelt es sich um ein nationales Kompetenzzentrum für Verbundwerkstoffe, kurz „NCC-L“. Sowohl private als auch öffentliche Akteure sind am „NCC-L“ beteiligt. Der Werkstoffbereich ist hierzulande also eine Sparte mit Zukunft. Was die Industrieforschung betrifft, so erfordern diese Posten meist eine höhere fachliche Qualifikation bzw. sie richten sich überwiegend an Akademiker.

Ein weiterer Punkt, dessen man sich bei der Jobsuche bewusst sein sollte ist, dass eines der Hauptmerkmale der luxemburgischen Wirtschaft das multikulturelle Arbeitsumfeld ist, der Industriesektor macht da keine Ausnahme. Mehrsprachigkeit wird bei der Bewerbung also durchaus eine Rolle spielen und positiv bewertet werden. Allgemein scheint sich auch ein Zuwachs der Löhne zu verzeichnen, laut einer Studie der Personalvermittlung Hays vor allem im Bereich der Führungstätigkeiten und der exekutiven Funktionen.

Quellen: Statec, Le portail officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Hays (http://www.hays.lu/cs/groups/hays_common/@fr/@content/documents/digitalasset/hays_1546423.pdf)



 
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